Medienguide Fembohaus

Bitte nutzen Sie den Grundriss oder die untenstehenden Buttons, um einen Raum auszuwählen.

3.4 Stadt des Handels

11Der Markt zu Nürnberg

 

Auf dem Gemälde sehen Sie eine mehr als 400 Jahre alte Darstellung des heutigen Hauptmarkts. Heute im Stadtbild immer noch präsent sind die Frauenkirche und der Schöne Brunnen.

Die Entstehung dieses zentralen Marktplatzes geht auf ein Pogrom an den Nürnberger Jüdinnen und Juden zurück. 1349 erlaubte Kaiser Karl IV. der Stadt, das Judenviertel abzureißen und dort einen Markt zu errichten. Fast 600 jüdische Frauen, Männer und Kinder wurden von einer wütenden Horde ermordet.

Auf dem Hauptmarkt wurden verschiedene Waren gehandelt. Neben Gemüse boten Händler auch allerlei andere landwirtschaftliche Produkte an. Gut erkennbar im Bild sind Getreidebündel und in der Bude links unten wurde geräucherter Fisch verkauft.

Die in schwarz gekleideten Männer am linken Bildrand sind Großkaufleute. Auf dem sogenannten Herrenmarkt wurden Finanz- und Geldgeschäfte erledigt. Hier entstand die Nürnberger Börse.
Die nächste Station zeigt ein Bild von Bartholomäus Viatis, dem Gründer des Banco Publico.

22Viatis und der Banco Publico

 

Bartholomäus Viatis wurde 1538 in Venedig geboren, ließ sich in Nürnberg nieder und erwarb das Bürgerrecht. Viatis war Zeit seines Lebens Händler. Er kaufte Waren an einem Ort und verkaufte sie an anderen Orten weiter. Zusammen mit seinem Schwiegersohn Martin Peller gründete Viatis ein großes und einflussreiches Handelshaus.

Viatis und Peller gelten als Gründer des Banco Publico. Der Banco Publico war eine Bank, die bargeldloses Zahlen ermöglichte. Im Zeitalter des Münzgelds waren umfangreiche Transaktionen mit einem hohen Risiko verbunden. Silber und Gold als Zahlungsmittel mussten in Kutschen quer durch das Land transportiert werden. Um dem zu entgehen, konnte man sich an der Börse sogenannte Wechsel ausstellen lassen. Sie verbrieften ein Kaufgeschäft. Wechsel konnten bei anderen Banken gegen Bargeld eingetauscht werden.

Die Reichsstadt Nürnberg war ein wichtiger Ort für Finanzgeschäfte. Doch war sie auch bekannt für ihren Handel mit Textilien und Metallerzeugnissen. Damit die gehandelten Produkte den Qualitätsansprüchen genügten, wurde eine sogenannte Schau eingerichtet.

33Die Gewürz- und Safranschau – Warenqualität

 

Bei der Gewürz- und Safranschau wurde vor allem auf die Qualität der Waren geachtet. Seit dem Mittelalter gab es diese Art der Qualitätskontrolle. Die Gewürz- und Safranschau fand montags bis samstags von 9 bis 11 Uhr in der „Unteren Waage“ in der Nähe des heutigen Hauptmarkts statt. Anhand des Gemäldes können sie die Gewürz- und Safranschau von links nach rechts nachvollziehen. Händler brachten ihre Waren zur Schau. Sogenannte Unterkäufel begutachteten die Ware, wogen sie ab und verzollten sie. Wenn die Gewürze und der Safran die Schau durchlaufen hatten, versah der Zeichenmeister die Waren mit dem städtischen Wappen. Jetzt durften die Waren in Nürnberg verkauft werden.

 

Vertiefung: Gewürze und Nürnberg

Im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit waren Pfeffer, Ingwer, Gewürznelken, Zimt, Muskat und Kardamom neben Salz und Safran beliebte Gewürze. Sie wurden unter anderem aus dem Orient, Indien und Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, importiert. Nürnberg spielte eine bedeutende Rolle im Gewürzhandel. Die Stadt verfügte über ein dichtes Handelsnetz mit vielen Zollfreiheiten. Besonders wichtig waren die Verbindungen nach Italien. Italienische Seestädte wie Venedig und Genua waren die Hauptumschlagplätze für Gewürze. Später wurde Antwerpen als Handelsort wichtig, da hierüber die Seewege in die „Neue Welt“, also nach Amerika, verliefen.

Seit dem Mittelalter kauften und verkauften die großen Nürnberger Handelshäuser Gewürze. Wegen dieses florierenden Geschäfts konnte eine besondere Nürnberger Spezialität entstehen: Der Lebkuchen. Er wird seit dem Mittelalter in Nürnberg gebacken. Ein wichtiges Ereignis für die Geschichte der Nürnberger Lebkuchen war der Reichstag von 1486.

Kaiserlein Lebkuchen, Lebkuchen Schmidt

Damals hat Kaiser Friedrich III. 4.000 Kindern Lebkuchen mit seinem Bild darauf geschenkt, die sogenannten Kaiserlein. Zur Erinnerung wurden von diesem Zeitpunkt an jedes Jahr bis ins 18. Jahrhundert hinein solche Kaiserlein gebacken. Diese Sorte gibt es bis heute.

Im nächsten Raum erfahren Sie mehr über bedeutende Produkte aus Nürnberg. So war Nürnberg seit der Frühen Neuzeit u. a. berühmt für die hier hergestellten Metallerzeugnisse.

44Geschenke und Gegengeschenke - Goldschmiedearbeiten

 

In der Renaissance entstand mit den großen Fürsten- und Herrscherhöfen auch das Gesandtenwesen. Die Diplomatie und der Austausch untereinander wurden wichtiger. Geschenke und Gegengeschenke waren ein bedeutender Bestandteil der Diplomatie. Sie sollten politische Bündnisse festigen, Loyalität und Respekt unterstreichen und der Repräsentation dienen. Kunstgegenstände waren besonders als Gaben geeignet. Ihnen wurde eine hohe Bedeutung zugesprochen.

Der Nürnberger Rat überreichte besonders gerne Goldschmiedearbeiten „Made in Nuremberg“ als Geschenke für den hohen Besuch. Im Auftrag des Rats stellten die Goldschmiede Pokale, Becher oder Humpen her. Auch auffallend aufwendige Glasarbeiten wurden verschenkt. Die Stadt zeigte damit, dass sie sich diese teuren Geschenke leisten konnte und, dass die Nürnberger Handwerker ausgesprochen kunstfertig waren.

STADTMUSEUM IM FEMBO-HAUS
MEDIENGUIDE

Der Laufer Schlagturm, einer der wenigen erhaltenen Türme der vorletzten Stadt­befestigung aus dem 13. Jahrhundert.

Hochbauamt
1955
Stadtarchiv Nürnberg
A38/N-13-19

Das Tucherschloss in der Hirschelgasse, ehemalige Sommer­residenz der Patrizier­familie Tucher aus dem 16. Jahrhundert.

Hochbauamt
1949
Stadtarchiv Nürnberg
A39/III-Fi-H-157

Das Toplerhaus am Paniersplatz vor seiner voll­ständigen Zerstörung, repräsen­tatives Bürger­haus der Patrizier­familie Topler aus dem späten 16. Jahrhundert.

Staatliche Bildstelle Berlin
um 1935
Stadtarchiv Nürnberg
A44/C-6082-1

Das Pellerhaus am Egidienplatz, ursprüng­lich ein re­präsen­tatives Wohn- und Geschäfts­haus im Stil der Renaissance, das nach 1945 in einen Neubau überführt wurde.

Armin Schmidt
1958
Stadtarchiv Nürnberg
A50/AS-253-2

Die Kirche St. Egidien am Egidien­platz, der einzige barocke Kirchen­bau Nürnbergs aus dem frühen 18. Jahrhundert.

Unbekannter Fotograf
nach 1945
Stadtarchiv Nürnberg
A76/RF-021-F1-5

Der Laufertorturm, einer der vier Haupt­türme der letzten mittel­alterlichen Stadt­befestigung.

Lala Aufsberg
1953
Bildarchiv Foto Marburg
Aufnahme 760.878

Der Tiergärtnertorturm, einer der vier Haupt­türme der letzten mittel­alterlichen Stadtbefestigung.

Hochbauamt
1954
Stadtarchiv Nürnberg
A41/Repro-100-08

Das Albrecht-Dürer-Haus in der Albrecht-Dürer-Straße, Fachwerk­bau und ehemaliges Wohnhaus des bedeutenden deutschen Künstlers aus dem 15. Jahrhundert.

Armin Schmidt
1950-1970
Stadtarchiv Nürnberg
A50/AS-600-41

Die Nürnberger Burg, seit dem Mittel­alter Aufenthaltsort der umher­reisenden Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und Wahr­zeichen der Stadt.

Helga Schmidt-Glassner
1950-55
Bildarchiv Foto Marburg
Aufnahme 1.565.780

Das Fembo-Haus in der Burgstraße, einzig erhaltenes Kaufmannshaus der Spätrenaissance.

Walter Schröder
1950-1970
Bildarchiv Foto Marburg
Aufnahme 908.033

Die Sebalduskirche in der Winklerstraße, älteste Pfarr­kirche der Stadt und Begräbnis­stätte des Lokal­heiligen Sebald.

Armin Schmidt
nach 1945
Stadtarchiv Nürnberg
A50/AS-225-34a

Die Moritzkapelle am Schürstab­haus vor ihrer Zerstörung, kleine spät­mittel­alterliche Stadt­kirche mit populärer Gaststätte "Bratwurstglöcklein".

Hochbauamt
vor 1944
Stadtarchiv Nürnberg
A41/II-LR-727-14

Das Schürstabhaus am Albrecht-Dürer-Platz, Wohnsitz der Patrizier­familie Schürstab aus gotischer Zeit.

Hochbauamt
1951
Stadtarchiv Nürnberg
A39/III-Fi-A-196

Das Rathaus am Hauptmarkt, bedeutender Renaissance­bau des Architekten Jakob Wolff d. J. und Sitz des Nürnberger Rats in reichsstädtischer Zeit.

Lala Aufsberg
1953
Bildarchiv Foto Marburg
Aufnahme 760.869

Die Fronveste mit Schlayerturm, Fluss­überbrückung der letzten Stadt­befestigung am Pegnitz­ausfluss, die als Waffen­lager und Gefängnis genutzt wurde.

Armin Schmidt
1958
Stadtarchiv Nürnberg
A50/AS-230-32

Die Weißgerbergasse, Hand­werker­viertel der Nürnberger Weißgerber vor der Freilegung der mittel­alterlichen Fachwerk­fassaden.

Lala Aufsberg
1960
Bildarchiv Foto Marburg
Aufnahme 786.238

Der Weinstadel am Maxplatz, das reichs­städtische Weinlager und eines der größten Fachwerk­bauten Deutschlands.

Armin Schmidt
1959
Stadtarchiv Nürnberg
A50/AS-289-4

Das Henkerhaus mit Henkersteg am Trödelmarkt. Ensemble der vorletzten Stadt­befestigung aus dem 13. Jahrhundert und späterer Wohnort des Nürnberger Henkers.

Hochbauamt
nach 1945
Stadtarchiv Nürnberg
A39/III-Fi-K-1448

Das Unschlitthaus in der Oberen Wörthstraße, großer reichs­städtischer Korn­speicher zur Versorgung der Stadt­bevölkerung und Sitz des Unschlittamtes (Amt für Weiter­verarbeitung für Rindertalg).

Hochbauamt Juli
1953
Stadtarchiv Nürnberg
A39/III-Fi-W-297

Die Frauenkirche am Hauptmarkt, Mitte des 14. Jahrhunderts auf Anweisung ihres Stifters Kaiser Karl IV. im ehemaligen jüdischen Viertel errichtet.

Hochbauamt
1948
Stadtarchiv Nürnberg
A39/I-182-D

Der Hauptmarkt, seit der Verbindung der Lorenzer und der Sebalder Stadt­hälfte im Spät­mittelalter das Zentrum der Altstadt und Marktplatz im ehemaligen jüdischen Viertel.

Hochbauamt
1948
Stadtarchiv Nürnberg
A39/I-193-D

Die Fleischbrücke, bedeutendes Brücken­bau­werk der deutschen Renaissance und zentraler Verkehrs­knoten­punkt in reichs­städtischer Zeit.

Unbekannter Fotograf
1961
Stadtarchiv Nürnberg
A64/0101

Das Heilig-Geist-Spital in der Spitalgasse, die größte soziale Ein­richtung und bedeu­tendste bürger­liche Stiftung des Mittelalters.

Armin Schmidt
nach 1945
Stadtarchiv Nürnberg
A50/AS-600-11

Die Hauptsynagoge am Hans-Sachs-Platz vor ihrem Abriss 1938, monumentales Symbol des liberal-bürgerlichen Judentums im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Unbekannter Fotograf
vor 1938
Stadtarchiv Nürnberg
A76/RF-013-F1-1

Der Schuldturm an der Vorderen Insel Schütt, einer der wenigen erhaltenen Türme der vorletzten Stadt­befestigung aus dem 13. Jahrhundert.

Armin Schmidt
1958
Stadtarchiv Nürnberg
A50/AS-253-5

Die Katharinenkirche am Katharinenkloster 6, vor ihrer Zerstörung, ehemalige Kloster­kirche der Dominikaner­innen aus dem 13. Jahrhundert und Sitz der Akademie der Bildenden Künste in reichs­städtischer Zeit.

Unbekannter Fotograf
vor 1945
Stadtarchiv Nürnberg
A60/I-301

Das Nassauer Haus in der Karolinenstraße, einzig erhaltener mittel­alter­licher Wohnturm.

Hochbauamt
1950
Stadtarchiv Nürnberg
A39/III-Fi-K-230

Die Lorenzkirche am Lorenzer Platz, eine der beiden großen Pfarr­kirchen der mittel­alter­lichen Stadt und Wahr­zeichen von Nürnberg.

Unbekannter Fotograf
nach 1945
Stadtarchiv Nürnberg
A76/RF-37-F2-34A

Die Kirche St. Jakob am Jakobsplatz, gotischer Kirchenbau aus dem 13. Jahrhundert und Station für Pilger­reisende auf dem Fränkischen Jakobsweg.

Armin Schmidt
1958
Stadtarchiv Nürnberg
A50/AS-220-11

Die Mauthalle am Hallplatz, großer reichs­städtischer Korn­speicher zur Versorgung der Stadt­bevölkerung und Sitz des städtischen Zollamtes.

Lala Aufsberg
1950-1960
Stadtarchiv Nürnberg
A62/LA-60703a

Die Klarakirche in der Königstraße, ehemalige Kirche des Klarissen­klosters im romanischen und früh­gotischen Stil.

Armin Schmidt
1958
Stadtarchiv Nürnberg
A50/AS-208-4

Der Frauentorturm, einer der vier Haupt­türme der letzten mittel­alterlichen Stadtbefestigung.

Lala Aufsberg
1950
Bildarchiv Foto Marburg
Aufnahme 737.400

Aula der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
Foto: Lukas Pürmayr

Nürnberger Kaufmannszug im Geleite,
Georg Kellner, 1910, Fassadenmalerei
an der IHK Nürnberg, © IHK

Nelli Lunkenheimer als Nürnberger Christkind
2023, © Marion Stephan
Adam und Eva
Albrecht Dürer,
1504,
Kupferstich,
Museen der Stadt Nürnberg,
Kunstsammlungen,
Inv.-Nr. Gr. A. 12779

Putto
Hesperidengärten in Nürnberg
© Mark Zimmermann

Kaiserburg Nürnberg,
Foto: Uwe Niklas

Nürnberger Bratwurst

Selbstbildnis Albrecht Dürer,
Kopie nach Dürer,
Francisco Nuñez Losada (1889-1973),
1930, Öl auf Holz,
Museen der Stadt Nürnberg,
Kunstsammlungen,
Inv.-Nr. Gm 1094

Dosenförmige Taschenuhr sogenannte Henlein-Uhr,
Nürnberg, um 1510,
Germanisches Nationalmuseum,
Nürnberg,
Inv.-Nr. WI1265

Blick auf Weihnachtsmarkt mit Frauenkirche
© Florian Trykowski

Kaiserliches Ornat und anderer Kleinodien aus dem Werk Leich-Be-Gängnisse
(Klebeband 16, Seite 91),
Stiftung des Fürstlichen Hauses Waldeck und Pyrmont,
Hofbibliothek,
Inv. Nr. FWHB Arolsen II 66e 130,
https://digi.ub-uniheidelberg.de/fwhb/klebeband16/0095G

Schöner Brunnen Nürnberg
Fotografie, Museen der Stadt Nürnberg,
Kunstsammlungen

Fernsehturm Nürnberg
gemeinfrei

Glasierte Elisenlebkuchen mit Mandeln
Lebkuchen-Schmidt GmbH & Co. KG,
Foto: Martin Ammon

Im Ausstellungsforum finden regelmäßig Sonderausstellungen statt. Diese sind nicht Teil des Medienguides.

Leider deckt der Medienguide bisher nur die neugestalteten Bereiche des Stadtmuseums ab. Wir entschuldigen uns für eventuelle Unannehmlichkeiten und danken für Ihr Verständnis